greenwhite.
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Wankender Irrsinn - so hätte ich den Titel des Blogs auch nennen können.
Seit gestern spiele ich mit dem Gedanken, den Kontakt zu meinen Eltern (vorübergehend/komplett?) abzubrechen.
(Vielleicht eher vorübergehend & ihn dann [stark/sehr stark?] einzuschränken.)
Die Vorstellung beflügelt mich, fühlt sich so entlastend an, dass mir fast schlecht von der geballten Ladung davon ist.
Natürlich habe ich (noch?) ein schlechtes Gewissen.
Meine Eltern waren auch sehr gut zu mir - & das stimmt auch.
Ich musste nie hungern, hatte ein Dach über dem Kopf, viele schöne Spielsachen.
Wir waren im Urlaub, meine Mutter hat schöne Geburtstage für mich veranstaltet.
Sie haben mich finanziell unterstützt, ich kann bei ihnen wohnen, wenn ich in meiner Heimat bin.
Sie kümmern sich dann auch immer um meine Katzen.
Mein Vater hilft einem bei sehr vielem, hat sich um mein Auto gekümmert, macht Reparaturen.
Ich bin ihm für sehr viel dankbar.
Meiner Mutter sicherlich auch.
Ich denke, besonders als Kind hat sie sich in den klaren Angelegenheiten gut um mich gekümmert.
Ich weiß noch, dass ich immer gerne krank war, weil sie sich dann so gut um mich gekümmert hat.
Ich weiß nicht mehr, wie das war, wenn ich mich verletzt hatte.
Dann bestimmt auch.
Ich weiß auch noch eines sehr gut:
Als ich mit 14 von Zuhause weg gelaufen bin & mich die Polizei zurück brachte,
War mein Vater sehr laut, hat bestimmt auch Vorwürfe gemacht.
Meine Mutter hat total gut reagiert, hat mir eine Pizza gemacht, weil ich so ausgehungert war.
Ich weiß nicht mehr, was sie gesagt hat, aber ich habe es mit keinem besonders schlechten Gefühl in Erinnerung.
Irgendwann kam dann ein sporadisches "Was war los"-Gespräch.
Ich glaube nicht, dass ich mich da geöffnet habe.
Warum auch.
Denn in erster Linie hatte ich Angst.
& damit war es dann auch gut (meine ich).
Jetzt könnte ich hier auch über meine Eigenanteile reflektieren.
& du gibt es ohne Frage auch.
(Ich erinnere mich vor allem daran, dass mir der letzte Therapeut, wo ich kurz war, sagte, ich soll aus meinem Prinzessinnen-Status aufwachen & mal endlich mein Schloss verlassen, oder so).
Aber es ändert nichts daran, dass es mir nicht gut tut.
Egal, was die Gründe für das Verhalten meiner Eltern sind (& die gibt es ohne Frage) - es tut mir nicht gut.
Ich will nicht mehr den Preis für die oben genannten Dinge zahlen.
Ich will mich nicht mehr wie ein Verbrecher fühlen, nur, weil ich mache, was ich mache.
Ich will nicht mehr - implizit wie explizit - dafür beschuldigt werden, dass es meiner Mutter so schlecht geht.
Ich will nicht mehr kritisiert werden, weil ein Stempel im Bonusheft fehlt.
Ich will mich dafür nicht wie ein Versager fühlen & mir anhören müssen, dass solche Dinge (versagen?) ja schon öfters in meinem Leben passiert sind.
Jedes helfen lassen hat seinen Preis,
Zwingt Applaus & Lob & meine Mutter braucht ein "Papa, hast du toll gemacht."
Jede gute Tat meiner Mutter muss gelobt werden, jeder kurze Moment der Zuwendung eine Opfergabe.
Sorry, aber ich kann dir nichts geben.
Hätte es nicht anders sein müssen?
Viele Gedanken, aber ich merke, wie ein unsichtbares Band mich runter zieht & lähmt,
Einnimmt & von den Sachen abhält, die ich gerne machen will.
Ich will das nicht mehr.
Sicher bin ich dann undankbar.
Ich habe auch sehr viel von meinen Eltern an Hilfe & Unterstützung konsumiert,
Um nicht aushalten zu müssen, was an emotionaler Wärme fehlt & was das für ein Loch hinterlassen hat.
Damit wird Schluss sein.
23.5.18 12:04
 
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